Gelungener Stabwechsel nach 20 Jahren steten Fortschritts in Diagnostik und Therapie
Sein Fußabdruck nach 20 Jahren an der Spitze der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie ist unübersehbar. „Sie haben die Rems-Murr-Klinik Schorndorf im positivsten Sinne geprägt, denn Sie waren als Mediziner und Mensch immer ansprechbar“: So würdigt Landrat Dr. Richard Sigel den zum Jahresanfang ausgeschiedenen Chefarzt Dr. Harald Bareth beim feierlich-familiären Stabwechsel in der Klinik-„Auszeit“ – und spricht dabei unzähligen Patientinnen und Patienten aus der Seele, denen der Radiologie-Chef nicht nur mit präzisen Diagnosen, sondern auch mit hochspezialisierten Therapien etwa an der Wirbelsäule neue Lebensqualität zurückgeben konnte.
Für die Klinik Schorndorf und insbesondere die dortige Wirbelsäulenmedizin, die regelmäßig auf höchstem Niveau zertifiziert und als eines von europaweit nur 45 Exzellenzzenten für Wirbelsäulenchirurgie ausgezeichnet wird, war Dr. Bareth ein Glücksfall. Noch so ein Glücksfall für Klinikträger, Klinik sowie Patientinnen und Patienten ist sein Wunschnachfolger, Dr. Tobias Wingert. Er hat sich – nach Medizinstudium in Tübingen und Tätigkeit unter anderem am Stuttgarter Marienhospital – seit 2024 als Leitender Oberarzt der Radiologie Schorndorf gemeinsam mit seinem Vorgänger auf den nahtlosen Übergang vorbereitet.
Über diese vorausschauende Ideallösung freut sich der Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken André Mertel. „Sie, Herr Dr. Bareth, haben unserer Radiologie 20 Jahre lang ein Gesicht gegeben und waren ein wertvoller Sparringspartner der anderen Chefärzte und Kollegen. In unserer Radiologie schieben wir Patientinnen und Patienten nicht nur zur Diagnostik ‚in die Röhre‘, sondern führen zum Beispiel auch per Computertomografie gesteuerte Schmerztherapien durch. Das ist nur ein Beispiel für die exzellente Zusammenarbeit, die unsere Klinik auszeichnet und für die hohe Qualität unserer Radiologie. Sie, Herr Dr. Wingert, bringen dazu ebenfalls die fachliche Expertise mit und konnten deshalb in Schorndorf sofort voll einsteigen. Und ich freue mich, dass auch Sie ebenso wie Dr. Bareth neben der fachlichen Qualität den nötigen Teamgeist und das Händchen für Menschen besitzen, die sich Ihnen anvertrauen.“
Auch als Stratege und Gestalter sind Chefärzte und Chefärztinnen mit Blick in die Zukunft heute mehr denn je gefragt: „Wir brauchen unsere Chefärzte, um die Weiterentwicklung unserer Rems-Murr-Kliniken in Winnenden und Schorndorf zu gestalten. Deshalb freue ich mich, dass Herr Dr. Wingert sich auch hier nahtlos einbringen kann. Auf ihn und alle anderen Chefärzte und Chefärztinnen mit ihren Teams kommt es an, damit wir uns in schwierigen Zeiten zukunftsfest aufstellen können“, sagt Landrat Sigel. „Wir können stolz auf das sein, was wir bisher gemeinsam erreicht haben, auch dank der Rückendeckung unseres Kreistags und seinem klaren Bekenntnis zu unserer Medizinkonzeption. Stillstand können wir uns mangels Rückenwinds für eine solide Klinikfinanzierung aus Berlin jedoch nicht leisten. Wir müssen daher unsere 2017 verabschiedete Medizinkonzeption fortschreiben. Die Entscheidungen und Weichenstellungen der Bundespolitik dauern zu lange. Es gilt daher schon jetzt die beiden Standorte noch enger zu verzahnen und die Profile unsere Kliniken weiter zu schärfen. Am Standort Schorndorf, der in dieser Medizinkonzeption weiterhin eine große Bedeutung hat, wird die Weiterentwicklung konkret am neuen Funktionsbau sichtbar. Die jüngst eingeweihte Patientenaufnahme zeigt hier schon, wofür wir stehen: für eine spitzenmäßige Versorgung der Menschen an Rems und Murr.“
Auch Geschäftsführer Mertel blickt zurück und nach vorn: „Wir haben Schorndorf in den vergangenen zwei Jahrzehnten vom Kreiskrankenhaus zum Schwerpunktversorger entwickelt, und wir entwickeln uns stetig weiter. 2023 konnten wir ein modernes Magnetresonanz-Tomografiegerät für die Radiologie in Betrieb nehmen. Und wenn unser neuer Funktionsbau 2028 fertig ist, wird das MRT in direkter Nachbarschaft zur Notaufnahme und den weiteren diagnostischen Bereichen liegen. Für das Erreichte in den vergangenen 20 Jahre danke ich Ihnen, Herr Dr. Bareth und freue mich, mit Ihnen, Herr Dr. Wingert, auf die nächsten 20 Jahre.“
Im Amt ist Dr. Wingert formell seit dem 1. Januar 2026. Er nimmt die Herausforderung an, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten und dabei nie stehenzubleiben. „Medizin entwickelt sich stetig weiter, und wir müssen uns mit ihr weiterentwickeln. Im Spannungsfeld zwischen Politik und ökonomischen Aspekten ist dies eine besondere Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Wir werden die moderne Diagnostik weiter ausbauen, innovative Therapieverfahren etablieren und allen Disziplinen ein verlässlicher Partner sein. Mir liegt außerdem die Aus- und Weiterbildung junger Kolleginnen und Kollegen am Herzen und natürlich die gute Zusammenarbeit mit Ärzteschaft und Pflege. Medizin ist Teamarbeit, denn davon profitieren am Ende unsere Patientinnen und Patienten“, so der neue Chef der Radiologie.
Der Chefarzt a.D. wiederum, der – beim Abschied hat er’s verraten – mit 66 Jahren nun erstmal in einer Waiblinger Radiologie-Praxis den Unruhestand genießen wird, kommentiert den Reigen der verdienten Würdigungen schlicht, bedächtig und mit Hermann Hesse statt mit Fachchinesisch. Seine Bilanz: „Vor Ihnen steht ein glücklicher Mensch. Denn mit einer schwierigen Intervention einem Menschen helfen zu können, das ist ebenso Glück, wie bereits mit 19 Jahren die Liebe fürs Leben zu finden“, sagt Bareth, der mit Ehefrau und Tochter in die Klinik-„Auszeit“ kam und den Kollegen Wingert, ebenfalls in Begleitung seiner Ehefrau, zum Stabwechsel umarmte.
Feierlich war’s, familiär – und musikalisch. Denn Dr. Bareth packte die Gitarre aus und holte als Überraschungsgast Rudi Buttas, langjähriger Gitarrist der Pop-Band PUR zu sich ans Mikro für ein paar Songs. Was viele nicht wussten: Radiologe Bareth war in den 1980-er Jahren als Mitgründer der Rockgruppe „Anyone’s Daughter“ auf großen Bühnen unterwegs. Und die liegt, verriet Landrat Sigel, mit einem Hit namens „Moria“ in den SWR-Charts noch immer auf Platz 444. Worauf besonders der Schorndorfer Oberbürgermeister Bernd Hornikel, selbst Hobby-Musiker, als Ehrengast in der ersten Reihe aufhorcht. Der OB richtet flugs das Handy aufs Gitarrenduo – und in seiner Begrüßung einen Appell Richtung Osten: „Unsere Klinik bietet hier hochmoderne Versorgung und hat sich rasant verändert in den vergangenen 20 Jahren. Ich hoffe deshalb, dass einige Menschen an entsprechenden Orten das würdigen und bei Klinik nicht an Mutlangen denken, sondern an Schorndorf.“
Weitere Informationen über die Rems-Murr-Kliniken gibt es im Internet unter www.rems-murr-kliniken.de und in den Social-Media-Kanälen Facebook, Instagram und YouTube.