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Hausärztinnen und Hausärzte von morgen gewinnen: Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin gestartet

Kooperation von Landkreis, Kliniken und Praxen soll hausärztlichen Nachwuchs sichern

Winnenden. Fast jeder zweite Hausarzt ist über 60 Jahre, gleichzeitig bleiben immer mehr Hausarztpraxen unbesetzt. Dadurch gerät die hausärztliche Versorgung besonders in ländlichen Gegenden zunehmend unter Druck. Um die hausärztliche Versorgung im Rems-Murr-Kreis langfristig zu sichern, haben sich der Rems-Murr-Kreis, das Gesundheitsamt, die Rems-Murr-Kliniken, das ZfP-Klinikum Schloß Winnenden, die Ärztekammer Nordwürttemberg, niedergelassene Hausarztpraxen und die Kreisärzteschaften zu einem Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin zusammengeschlossen. Ziel ist es, angehenden Hausärztinnen und Hausärzten eine strukturierte Fachweiterbildung zu ermöglichen und ihnen den Weg in eine eigene Praxis im Landkreis zu erleichtern. Die Kliniken übernehmen die Koordinierungsstelle des Verbundes.

Nach seiner Gründung am 1. Januar 2026 hat der Verbund seine Arbeit aufgenommen: Der erste Arzt in Weiterbildung hat seine Ausbildung innerhalb des Netzwerkes bereits begonnen. Zum Start beteiligen sich derzeit insgesamt neun Hausarztpraxen aus dem gesamten Landkreis.
Wer Hausärztin oder Hausarzt werden möchte, durchläuft eine fünfjährige Facharztweiterbildung zum Allgemeinmediziner. Auf dem Programm stehen unterschiedliche Einsätze in Hausarztpraxen oder Kliniken, die von der Landesärztekammer vorgegeben sind. Bislang mussten sich die Nachwuchsmediziner um ihre einzelnen Weiterbildungsstationen selbst kümmern.

Der neue Weiterbildungsverbund erleichtert die Organisation nun deutlich. Die verschiedenen Ausbildungsabschnitte werden innerhalb des Netzwerks koordiniert und können nahtlos aufeinander abgestimmt werden. Für die Ärztinnen und Ärzte bedeutet das mehr Planungssicherheit, klar strukturierte Rotationen durch unterschiedliche Einrichtungen und eine zentrale Anlaufstelle für alle Belange rund um die Weiterbildung.

Landrat Dr. Richard Sigel, Aufsichtsratsvorsitzender der Rems-Murr-Kliniken, begrüßt den neuen Zusammenschluss: „Unser Ziel ist eine spitzenmäßige Versorgung im Landkreis. Dafür brauchen wir auch in Zukunft genügend Hausärztinnen und Hausärzte. Der Weiterbildungsverbund macht die Ausbildung für junge Ärztinnen und Ärzte attraktiver und erleichtert ihnen den Weg in eine eigene Praxis bei uns im Landkreis. Besonders freue ich mich, dass unsere Rems-Murr-Kliniken die Koordination des Verbundes übernommen haben und danke ihnen sowie allen Beteiligten für ihr großes Engagement bei diesem wichtigen Zukunftsprojekt.“

Dass solche Modelle wirken, zeigen die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg: Rund vier von fünf Ärztinnen und Ärzten lassen sich in einem Umkreis von 25 Kilometern nieder, wenn sie ihre Weiterbildung in einem Verbund absolviert haben.

„Auf genau diesen sogenannten Klebeeffekt setzen wir. Gleichzeitig ist uns klar, dass wir weitere konkrete Lösungsansätze brauchen, um die ambulante medizinische Versorgung zu stabilisieren und langfristig zu sichern. Das ist der Kern unseres 6-Punkte-Plans. Er zielt beispielsweise auch darauf ab, Sektoren stärker zu vernetzen. Dafür ist der Weiterbildungsverbund natürlich ein Paradebeispiel“, so Landrat Dr. Sigel weiter.

Weiterbildungsverbund offen für neue Partner

Der Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin freut sich über weitere Verstärkung. Interessierte Hausarztpraxen sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sind herzlich eingeladen, Teil des Netzwerks zu werden. Ansprechpartner ist die Koordinierungsstelle des Weiterbildungsverbunds unter 07195 591-56015.

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