Interdisziplinäres Team bietet spezialisierte Diagnostik und individuelle Therapie bei Blasen-, Darm- und Beckenbodenbeschwerden
Winnenden. Ob beim Niesen, Lachen oder Joggen: Rund 10 Millionen Menschen aller Altersklassen leiden nach Schätzungen der Deutschen Inkontinenzgesellschaft unter Inkontinenz. Obwohl fast jede sechste Person betroffen ist, wird nur selten offen darüber gesprochen. Dabei gibt es in den meisten Fällen wirksame Hilfe. Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Rems-Murr-Klinikum Winnenden bietet eine kompetente Anlaufstelle bei Blasenschwäche, Stuhlinkontinenz, Beckenbodenbeschwerden und Organsenkungen und ist nun erneut zertifiziert worden.
Ausgezeichnet wurde als Zentrum der Komplexversorgung nach den Richtlinien der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. sowie weiterer medizinischer Fachgesellschaften durch das Zertifizierungsunternehmen Cert iQ. Für Patientinnen und Patienten steht das Zertifikat für höchste Behandlungsqualität und eine verlässliche Orientierung bei der Wahl der passenden Therapie. Durchschnittlich werden dort jährlich rund 800 Neupatienten abteilungsübergreifend betreut.
Frauen sind von Beckenbodenproblemen rund dreimal häufiger betroffen als Männer. Ursachen können Schwangerschaften und Geburten, hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, aber auch Übergewicht, chronische Erkrankungen oder vorausgegangene Operationen sein. Grundsätzlich können Inkontinenz und Beckenbodenfunktionsstörungen jedoch Menschen jeden Alters betreffen.
„Viele Betroffene schränken ihren Alltag stark ein und suchen aus Scham oft erst spät Hilfe“, sagt Doctor Medicine (Univ. Tuzla) Boris Jukic, Koordinator des zertifizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentrums. „Dabei lassen sich die Beschwerden heute in vielen Fällen deutlich lindern oder sogar vollständig behandeln.“
Interdisziplinäre Zusammenarbeit für Ihre Gesundheit
Weil die Ursachen häufig vielfältig sind, arbeiten im Zentrum Fachärztinnen und Fachärzte aus den Bereichen Allgemeinchirurgie, Gynäkologie und Urologie eng zusammen. Gemeinsam stimmen sie Diagnostik und Therapie individuell auf die Patientinnen und Patienten ab. Je nach Diagnose kommen konservative und operativen Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz. Dazu zählen Beckenbodentraining, Physiotherapie, medikamentöse Therapien oder moderne operative Verfahren wie Schrittmachersysteme, spezielle Injektionstechniken oder roboterassistierte Eingriffe.
Für die Zertifizierung mussten umfangreiche Qualitätsstandards erfüllt werden. Bewertet wurden unter anderem die fachübergreifende Zusammenarbeit, die medizinische Expertise, moderne Diagnoseverfahren und die Breite des Therapiespektrums. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig.
Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum besteht seit 2017 und war mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung durchgehend zertifiziert. Nach internen Umstrukturierungen wurde die Einrichtung nun erneut erfolgreich ausgezeichnet. Sie ist eine von deutschlandweit insgesamt 41 zertifizierten Einrichtungen.
Spezialsprechstunden für Betroffene
Betroffene können Termine in den Spezialsprechstunden am Rems-Murr-Klinikum Winnenden vereinbaren. Je nach Beschwerdebild erfolgt die Terminvergabe über:
- das Sekretariat der Gynäkologie und Geburtshilfe telefonisch unter 07195 591-36000 oder per E-Mail an gynaekologie.winnenden@rems-murr-kliniken.de,
- das Sekretariat der Urologie telefonisch unter 07195 591-39300 beziehungsweise urologie.winnenden@rems-murr-kliniken.de
- oder das Sekretariat der Allgemeinchirurgie unter 07195 591-39180 oder allgemeinchirurgie.winnenden@rems-murr-kliniken.de.
Für die Vorstellung in den Spezialsprechstunden des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums ist eine Überweisung durch Fachärztin beziehungsweise Facharzt erforderlich.
Einladung zum Experten-Vortrag im Juni
Am 17. Juni 2026 um 17:00 Uhr informiert das interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Rems-Murr-Klinikum Winnenden im Rahmen der Vortragsreihe Medizin am Mittwoch über das Thema „Inkontinenz und Senkung – Was tun?“. Die Expertinnen und Experten erläutern Ursachen, Diagnoseverfahren und individuelle Therapiemöglichkeiten. Im Anschluss an den Vortrag beantworten sie Fragen aus dem Publikum.