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Rems-Murr-Kliniken eröffnen die modernste europäische Laborstraße

Chefarzt Dr. Hannes Wickert spricht über die Vorteile der neuen hochmodernen Laborstraße
Fahrt ins Blaue: Landrat Dr. Richard Sigel (rechts) und Klinik-Geschäftsführer André Mertel (links) lassen sich von Chefarzt Dr. Dr. Hannes Wickert am Start-Modul der FlexLab-X-Automation zeigen, wie der Roboterarm die Röhrchen greift und auf die Reise schickt. Foto: © RMK / Fuchs

Quantensprung in der Labor-Diagnostik – genauer, schneller und schonender für Patientinnen und Patienten / „Wir investieren an den richtigen Stellen in die Zukunft“

Mehr Automation, weniger Limits. Solche Marketing-Versprechen sind ja manchmal größer als die nüchterne Realität. Was die Rems-Murr-Kliniken auf die Laborstraße gebracht haben, ist jedoch wahrhaftig groß – und Europa-Klasse in der Laboratoriumsmedizin. Denn für das Klinikum Winnenden hat der Medizintechnikspezialist Siemens Healthineers die erste Laborautomation seiner modernsten Serie „FlexLab X“ in einem deutschen Krankenhaus gebaut. Mehr als 16 Module wurden gemeinsam mit den Klinikteams aus Medizintechnik, Technik, IT und Labor maßgeschneidert, installiert, getestet und in den 24/7-Betrieb genommen. Beim Rundgang mit Dr. Dr. Hannes Wickert, seit 2026 standortübergreifender Chefarzt der Laboratoriumsmedizin in den Rems-Murr-Kliniken, wird klar: Hinter den Winnender Klinikums-Kulissen steht die Zukunft der modernen Labordiagnostik – bestens vernetzt mit der Rems-Murr-Klinik Schorndorf, die ebenfalls mit korrespondierender Technik modern ausgerüstet wurde.

Wie passt das zum Konsolidierungskurs der Kliniken?

Passt gut, weil die moderne Laborvariante nicht mehr kostet als die bisherige. Außerdem, antwortet Landrat Dr. Richard Sigel gewohnt zukunftsorientiert und spricht selbstbewusst aus, warum die Rems-Murr-Kliniken allen Widrigkeiten der Gesundheits-Sparpolitik trotzen und stetig in ihre Medizintechnik investieren: „Die Zeiten sind hart und die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung groß. Aber wir schauen gerade in dieser Situation nach vorne. Denn Krisen bewältigt man nicht mit Zaudern und Kaputtsparen, sondern indem wir an den richtigen Stellen konsolidieren oder eben in die Zukunft investieren“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende. Er hat im April gemeinsam mit Klinik-Geschäftsführung und Kreistag die Weiterentwicklung der 2017 etablierten Medizinkonzeption auf den Weg gebracht.

„Zu unseren Zukunfts-Investitionen in die Gesundheitsversorgung der Menschen gehören moderne Räume für die spitzenmäßige Versorgung – siehe das wachsende neue Herzstück der Klinik Schorndorf“, so Landrat Sigel weiter. „Außerdem brauchen wir hochqualifiziertes Personal, dessen Ausbildung wir mit dem Bau des Pflege-Campus am Klinikum Winnenden sichern. Und neben Räumen und Personal gehört natürlich moderne Medizin zu den Zukunftsinvestitionen, sei es für die Therapie oder die Diagnostik. Das wird hier in unserer neuen Laborstraße einmal mehr greifbar und für die Patientinnen und Patienten spürbar – auch wenn sie es nicht sehen können.“

Im Labor durchlaufen die einzelnen Proben verschiedene Stationen

Rems-Murr-Klinikum, 1. UG. Stilles Servicegeschoss, lange Flure, kaum Fußgänger, ein dezentes Schild „Labor“. Dahinter arbeiten menschliche und technische Intelligenz mustergültig modern zusammen. Gleich am Eingang ploppen Tag und Nacht mit Blut gefüllte Röhrchen aus der Rohrpost. Damit füttern die Laborfachkräfte das Schüttmodul der FlexLab-X-Straße – und kommen danach nie wieder in Berührung mit den Blutproben. Denn jetzt geht die Post automatisch ab hinter Plexiglas und blitzendem Metall. Cobaltblaue Roboterärmchen greifen die Röhrchen und drehen sie ins rechte Licht, damit der Barcode automatisch gelesen und die Probe zugeordnet werden kann: Zu wem gehört sie? Was muss abgeklärt werden? Welche Laborwerte benötigen die behandelnden Ärzte auf den Stationen? Dann reist die Probe wie auf einer Modelleisenbahn weiter durch Sortierer, Zentrifugen, Probenöffner, verschiedene Misch- und Messmodule, Versiegler. Letzte Station ist ein Kühlarchiv, in das die Röhrchen samt Restinhalt wiederum vollautomatisch geschoben werden.

Laborarbeit leistet hinter den Kulissen wichtige Dienste für Diagnostik und Therapie

Klinik-Geschäftsführer André Mertel ist hoch zufrieden mit der modernen Laborwelt im Untergeschoss. Zumal deren Vorboten schon im Sommer 2025 im Satellitenlabor der Klinik Schorndorf sichtbar wurden: Dort zogen Team und Geräte in moderne, größere Räume und rüsteten sich für den zweiten Innovationsschritt, der nun in Verbindung mit der neuen Labortechnik in Winnenden erfolgt ist. „Wir sind eine Klinik an zwei Standorten, die wir medizinisch und baulich stetig weiterentwickeln und verzahnen“, sagt Mertel. „Dafür ist die Labormedizin ein exzellentes Beispiel, gerade weil sie hinter den Kulissen unschätzbare Dienste leistet, dabei kompetent sowie hochgradig automatisiert arbeitet. Die standortübergreifende Versorgungsleistung im Labor als interdisziplinäre Schnittstelle für Diagnostik und Therapie ist so wichtig in einem Krankenhaus. Und indem wir uns in diesem hoch technisierten Bereich stetig dem medizinischen Fortschritt anpassen, sichern wir optimale diagnostische Möglichkeiten und etablieren wirtschaftliche, zukunftssichere Prozesse.“

Effiziente Prozesse und Pay-per-Use-Modell zahlen auf die Wirtschaftlichkeit ein

Stichwort Wirtschaftlichkeit: „Mit der Laborstraße arbeiten wir wie auch schon bisher nach dem Pay-per-Use-Modell. Wir zahlen neben einer Basismiete nur, was wir tatsächlich an Leistungen abnehmen und nutzen“, sagt Klinikstratege Mertel und verrät, dass er zum Thema effiziente Prozesse noch weitere innovative Pfeile im Köcher hat. „Wir werden in diesem Sommer testen, ob wir unsere Labor-Logistik über Drohnen weiterentwickeln können. So machen wir die Vernetzung unserer Standorte schneller, sicherer und unabhängig vom Verkehr über teils überlastete Straßen.“

Automation und Fachkompetenz: Doppelter Nutzen für Patientinnen, Patienten und Personal

Bereits jetzt profitieren vom Nutzen der Automation neben dem Klinikpersonal vor allem die Patientinnen und Patienten. Dr. Dr. Hannes Wickert, standortübergreifender Chefarzt der Laboratoriumsmedizin in den Rems-Murr-Kliniken, nennt den Grund: „Mit der neuen Labortechnik erhalten wir schnellere und genauere Ergebnisse, so dass die Behandlung so rasch wie möglich starten kann. Die Fehlerquote wird minimiert, die Rückverfolgung optimiert. Wir brauchen weniger Platz und weniger Reagenzien, sparen somit Ressourcen. Und wir benötigen weniger Probenmaterial, welches zudem länger haltbar ist im neuen Kühlarchiv. Somit können die Fachkliniken bis zu sechs Tage noch Labor-Analysen nachfordern, ohne dem Patienten erneut Blut abnehmen zu müssen. Das sind klare Vorzüge der neuen Technik.“

Wickert, doppelt promovierter Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologe, ist seit 2026 in den Rems-Murr-Kliniken tätig und hat zuvor bereits zwei Laborstraßen in anderen Kliniken mit aufgebaut. Diese ist seine dritte. „Die Implementierung hat von der Planung bis zum Test- und Echtbetrieb super geklappt. Ich danke dafür allen internen und externen Teams, die dabei extrem professionell zusammengearbeitet haben. Für maximale Sicherheit hatten wir die bisherige Straße nicht komplett abgebaut und im Parallelbetrieb gearbeitet, bis die neue Anlage im Mai dann komplett übernehmen konnte.“

„In technisch hoch anspruchsvollen Bereichen wie der Labormedizin ist es wichtig, stets up to date zu sein“, so Wickert, der in Heidelberg und Würzburg Medizin und Biologie studiert hat. Von 2020 bis 2025 war er Direktor am Institut für Laboratoriumsmedizin des Klinikums Ingolstadt. Für Winnenden und Schorndorf blickt er zuversichtlich in die Zukunft: „Mit der neuen Labor-Automation haben wir echte Pionierarbeit für die kommenden zehn Jahre geleistet und arbeiten in der Diagnostik auf dem Niveau der Universitätskliniken.“

Hintergrund-Info: Institut für Laboratoriumsmedizin der Rems-Murr-Kliniken

Was genau macht die Labormedizin? Ähnlich wie die Notaufnahme arbeitet das Labor mit 22 Mitarbeitenden in Winnenden und neun Mitarbeitenden in Schorndorf rund um die Uhr. Denn gerade die Notaufnahme ist zum Beispiel auf eine rasche Labordiagnostik angewiesen. Das Labor ist 365 Tage im Jahr im Einsatz und für schnelle Analyse-Ergebnisse über die Klinik-Rohrpost mit den Fachabteilungen vernetzt. Außerdem werden Patientinnen und Patienten im Notfall und während der Operationen mit lebensrettenden Blutprodukten aus den beiden Blutdepots in Winnenden und Schorndorf versorgt. Weniger zeitkritische Analysen sind im Zentrallabor Winnenden gebündelt. Hier werden zum Beispiel Tumormarker für die Krebsdiagnostik bestimmt und immunserologische oder autoimmunserologische Untersuchungen durchgeführt. Zum Spektrum zählen auch Spezialuntersuchungen wie etwa die maschinelle Bebrütung von Blutkulturen für den schnellen Nachweis einer Blutvergiftung (Sepsis) oder Analysen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Das Labor in Winnenden ist außerdem speziell ausgestattet, um Proben von Säuglingen und Kindern zu untersuchen. Pro Jahr werden in den beiden Rems-Murr-Kliniken 3 Millionen Laboranalysen durchgeführt und Patientinnen und Patienten aller Fachdisziplinen mit rund 5.000 Blutprodukten versorgt.

Technik-Einblicke und ein Interview mit Chefarzt Dr. Dr. Hannes Wickert sehen Sie im Film zur neuen Laborstraße. Für weitere Informationen über die Rems-Murr-Kliniken folgen Sie uns gerne auch in den Social-Media-Kanälen Facebook, Instagram und YouTube.

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